Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

Menü

Inhalt

Baden in nicht öffentlichen Baggerseen - nicht nur verboten, sondern lebensgefährlich!

Baden in nicht öffentlichen Baggerseen
Baden in nicht öffentlichen Baggerseen - nicht nur verboten, sondern lebensgefährlich!
Baggerseen sind bei sommerlicher Hitze ein beliebtes Ausflugsziel. Das Baden in freier Natur ist dabei eine verlockende Abwechslung zu den meist überfüllten Freibädern.
Seien Sie sich bewusst, dass das Baden in nicht öffentlichen Baggerseen sehr schnell lebensgefährlich werden kann. Hinzu kommt, dass alleine ein Betreten des eingezäunten Geländes eine Straftat darstellt.

Kreispolizeibehörde Gütersloh

Baggerseen sind bei sommerlicher Hitze ein beliebtes Ausflugsziel. Das Baden in freier Natur ist dabei eine verlockende Abwechslung zu den meist überfüllten Freibädern.

Ist erstmal ein nahegelegener See gefunden, wird es schnell zweitrangig, ob es ein Badesee ist der öffentlich genutzt werden darf oder doch ein Baggersee der umzäunt und somit nicht öffentlich ist. Dann heißt es oft: Schnell über den Zaun geklettert und den heißen Sommertag im kühlen Nass genießen.

 

Seien Sie sich bewusst, dass das Baden in nicht öffentlichen Baggerseen sehr schnell lebensgefährlich werden kann. Hinzu kommt, dass alleine ein Betreten des eingezäunten Geländes eine Straftat darstellt.

 

Am Ortsrand der Stadt Gütersloh befindet sich beispielsweise der Luttersee. Der See an der Schluthecke wird seit vielen Jahren für den Sandabbau gewerblich genutzt. Zudem hat dort ein Angelverein Teile des Sees gepachtet. Durch einen Zaun und mehrere Hinweisschilder am Seeufer wird deutlich auf den privaten Grund hingewiesen. Trotzdem wird der See in den letzten Jahren immer regelmäßiger von Menschen aufgesucht, die sich unerlaubt badend und sonnend auf dem Gelände aufhalten. Nicht selten werden bei sommerlichen Temperaturen dort auch bis in die frühen Morgenstunden Partys gefeiert.

Im Jahr 2019 führte dies dazu, dass ein 31-jähriger Mann im Zuge einer solchen Feier sein Leben verlor. Er wurde nach Tagen in dem See aufgefunden. Den Erkenntnissen nach ist der Mann ertrunken.

 

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) weißt immer wieder auf die Gefahren an Baggerseen hin:

Unbefestigte oder zu steile Uferböschungen

Die Böschungen, sowohl oberhalb als auch unterhalb des Wasserspiegels, sind nicht immer standsicher. Sie können abrutschen und Menschen mitreißen oder Menschen können durch den Sog hinabgezogen werden.

Temperaturunterschiede

Baggerseen sind teilweise sehr tief, und das Wasser wird nicht immer gut durchmischt. Schon kurz unter der Wasseroberfläche können die Temperaturen unerwartet stark absinken. Dadurch kann es zu schockartigen Lähmungen und zum Herzstillstand kommen.

Verletzungen durch Betriebseinrichtungen

Sowohl oberhalb als auch unterhalb des Wasserspiegels können sich technische Betriebseinrichtungen befinden. Auch in Baggerseen, in denen nicht mehr gearbeitet wird, können zurückgelassene Geräte oder Teile davon liegen.

Keine schnelle Hilfe

An Baggerseen gibt es keine Badeaufsicht. Rettungswagen, Helferinnen und Helfer gelangen nur schlecht an die Unfallstelle, da es keine ausreichende Zufahrt gibt. Oft werden die vorhandenen Wege zugeparkt.

Krankheiten

Die Gewässerqualität von Baggerseen wird nicht überwacht. Es gibt keine Sanitäreinrichtungen und keine Abfallentsorgung. Menschen, Tiere und Pflanzen verursachen einen großen Nährstoffeintrag, dadurch kann sich die Wasserqualität verschlechtern. Es kann zu Infektionen, Hautausschlägen und Magen-Darm-Erkrankungen kommen.

 

Informieren Sie sich im Vorfeld, ob der nahegelegene See öffentlich genutzt werden darf. In Ostwestfalen gibt ein gutes Angebot an schönen und sicheren Badeseen, auf das Sie zurückgreifen können.